Ein Königreich für die Interaktionsrate! | Retail Blog


Ein Königreich für die Interaktionsrate!

Hast du schon mal geatmet? Dann drücke “Gefällt mir”! Um welchen Preis sollen Marken die Jagd nach vielen Interaktionen mitmachen? 

Kein Mensch wird sich über hohe Fanzahlen und hohe Interaktionsraten beschweren. Logisch. Viele Fans sind gut. Viele Interaktionen sind noch besser. Interaktion ist ja der Grundgedanke von Facebook & Co. Die Frage ist: Um welchen Preis wollen sich Marken der neu belebten Jagd nach Interaktion anschließen?

Interaktion hat Fanzahl als oberstes Ziel abgelöst.

Ob die Zahl der Facebook-Fans das Wichtigste ist? Darüber hat sich mein Kollege Florian Schleicher schon vor einiger Zeit kritische Gedanken gemacht. Fazit: Nein.
Und doch hatten viele FB-Seiten bisher, falls überhaupt, das ultimativ übergeordnete Ziel, möglichst viele Fans zu gewinnen (mehr Fans, mehr Reichweite, mehr…). Das hat sich geändert.

Das neue wichtigste Ziel heißt Interaktionsrate. Das zeigen u.a. Ergebnisse des State of Social Marketing Reports. 78% der Befragten geben an, dass bessere Interaktion mit den Kunden das wichtigste Unternehmensziel in sozialen Netzwerken ist. Das ist löblich. Die Jagd nach möglichst vielen Likes, Kommentaren und Shares hat sich aber verschärft.

Einfache Interaktion: Okay. Aber bitte nicht sinnfrei.

Ein Mitgrund für das Streben nach Interaktions-Glück (Likes, Comments, Shares): Der EdgeRank (Böses Wort! Oder doch nicht?). Um Inhalte im Newsfeed der Fans platzieren zu können, versuchen Unternehmen diesen hoch zu halten. Fehlt die Interaktion mit den veröffentlichten Beiträgen, sinkt auch die Verbreitung im Newsfeed. Das bedeutet weniger Reichweite.

Einfache Interaktion hat sich punkto Viralität sehr gut bewährt. Doch die Interaktionsrate zu heben, allein um der Interaktionsrate willen, macht keinen Sinn. Bsp.: Katzenfotos oder „Schönes (= Like) Wochenende (= Kommentar) Rufzeichen (= Teilen)“-Statusmeldungen, etc. Diese Art von Posts ohne jeden Markenbezug nimmt etwa die Condescending Corporate Brand Page auf’s Korn – wenn auch sehr überspitzt.

Markenbezug darf nicht auf der Strecke bleiben.

Bitte nicht falsch verstehen. Die Interaktionsrate ist wesentlich und sie mit einfachen Dingen zu pushen geht auch in Ordnung! Der Bezug zur Marke und der Sinn dürfen dabei aber nie auf der Strecke bleiben. Dafür gibt’s auch sehr gute Beispiele.

Fazit:
Als Content-Ersteller hat man’s ja nicht leicht, es gibt viele Punkte zu beachten.
Beispiele:
- Zwischen der Vorstellung, was Konsumenten wollen, und dem, was Konsumenten tatsächlich wollen, klafft oft eine Lücke.
- Die Motivation und der Wert, den die User hinter ihren Likes sehen, sind nicht immer bekannt.
- Nur 6% der Fans interagieren mit Marken auf Facebook.
Und. Und Und.

Das Fazit der Interaktionsraten-Jagd ist aber das selbe wie jenes der Fan-Jagd – und das selbe wie bei so vielen Dingen: Qualität sollte über Quantität stehen. Und über dem EdgeRank. Dann kommt vieles von allein.

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